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Was ist ein COM Port?

Der COM Port war früher eine weit verbreitete Schnittstelle an Computern, die für die Datenübertragung zwischen mehreren Terminals(Ad-hoc-Verbindung) oder eines Terminals mit dem Modem bzw. Mainframe(Punkt-zu-Punkt-Verbindung) vorgesehen war. Die Paketübertragung erfolgt dabei seriell und asymmetrisch. Das bedeutet, dass immer nur ein Paket in einer Richtung über den gesamten Datenübertragungsweg gesendet oder empfangen werden kann.

Dadurch wird vor allem die Geschwindigkeit limitiert. Nach heutigen Maßstäben ist eine solche Kommunikationsverbindung extrem langsam, selbst bei voller Auslastung und optimalen Umständen wurden nur maximal 115 kbit/s erreicht. Allerdings war der COM Port damit immer noch doppelt so schnell wie die meisten der damals eingesetzten Modems für die Fernübertragung, die wegen der hohen Störanfälligkeiten meist auf 56 kbit/s begrenzt wurden.

Aussehen und PIN-Belegung des COM Ports

Nach heutigen Maßstäben ist ein COM Port extrem langsam. Er erreicht maximal 115 kbit/s.

Nach heutigen Maßstäben ist ein COM Port extrem langsam. Er erreicht maximal 115 kbit/s.

Vom Aussehen her ähnelte der COM Port stark dem später für die Übertragung von Monitorsignalen genutzten VGA-Anschluss, der später von DVI und HDMI abgelöst wurde. Der offizielle Name der Schnittstelle lautet EIA-232-F, geläufiger ist aber der europäische und amerikanische Name RS-232, manchmal auch “Nullmodemkabel“, der sowohl für den Stecker(male) als auch für die Buchse(female) gilt.

Der von der Telecommunications Industry Association herausgegebene Standard sieht ursprünglich eine Belegung von 25 Pins vor, da viele der geplanten Steuerbefehle jedoch veraltet waren hat sich relativ schnell die heute bekannte 9-polige Pinbelegung durchgesetzt. Wie bei USB 2.0 sind auch beim COM Port ab bestimmten Kabellängen mit Datenverlusten zu rechnen. Dies liegt hier aber nicht an der Stromübertragung, sondern an Leitungsreflexionen. Allgemein kann man ab Kabellängen von 15 Metern geringe Verluste erwarten, bei der Verwendung von stärkeren, abgeschirmten Kabeln kann dieser Wert auf 45 Meter erweitert werden. Da in der Praxis aber nur selten reine Ad-hoc-Verbindungen aufgebaut wurden und man stattdessen die Übertragung über die Telefonleitung bevorzugte, war dies nur ein geringer Faktor.

Heutige Verwendung

Heute ist der COM Port weitgehend von anderen Schnittstellen abgelöst, bei modernen Computern ist ein solcher meist gar nicht mehr vorhanden. Als heutiger Nachfolger gilt der EIA-568, besser bekannt als RJ45 oder trivial LAN-Anschluss, der sowohl für Ad-hoc-Verbindungen als auch für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen verwendet werden kann. Dieser erreicht eine Übertragungsgeschwindigkeit von, je nach Unterstützung von Netzwerkkarte, Router oder Modem, bis zu 10 Gbit/s. Andere Geräte, die ebenfalls per serieller Schnittstelle angeschlossen wurden, greifen heute auf USB zurück, der aktuelle Standard ist hier USB 3.0. Neben der namensgebenden Universalität hat dieser Anschluss auch den Vorteil eine direkte Stromversorgung mitzubringen (bei USB-Hubs ist wegen der Kabellängen meist eine weitere, externe Stromquelle notwendig) sowie angeschlossene Hardware selbst verwalten zu können und generische Treiber direkt beim anschließen aktivieren zu können. Auch USB arbeitet seriell, ist im Gegensatz zum COM Port aber vollduplexfähig.