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Was ist ein Nullmodemkabel?

Wer sich viel mit Computern beschäftigt oder diese ausgiebig nutzt, ist sicherlich schon mal über den Begriff Nullmodemkabel gestolpert. Vor allem bei seriellen Schnittstellen oder direkten Computerverbindungen hatte dieses Kabel früher eine große Bedeutung. Im Zuge der zunehmenden Vernetzung der Rechner per Ethernet und der starken Verbreitung des USB Standards hat das serielle Nullmodemkabel zwar an Bedeutung eingebüßt, doch hat es auch heute durchaus noch seine Daseinsberechtigung und findet in einigen Bereichen noch häufig Anwendung. Warum ein Nullmodemkabel genau so heißt, wie es funktioniert und wozu man es verwenden kann, erfahren Sie in folgendem Artikel in aller Kürze.

Die Definition des Nullmodemkabels

Als ein Nullmodemkabel bezeichnet man ein Kabel zur seriellen Datenübertragung, mit dem zwei Computer direkt verbunden werden können und kein Modem zwischengeschaltet werden muss. Diese Kabel sind in der Regel nur wenige Meter lang und in der Geschwindigkeit der Übertragung stark begrenzt.

Die Funktionsweise und Verwendung des Nullmodemkabels

Ein Nullmodemkabel dient zur direkten Verbindung von zwei PCs ohne ein zwischengeschaltetes HUB.

Ein Nullmodemkabel dient zur direkten Verbindung von zwei PCs ohne ein zwischengeschaltetes Hub.

Ursprünglich war die serielle Datenübertragung so gedacht und genormt, dass Sie zur Überbrückung von größeren Entfernungen geeignet ist. Auf diesen Strecken werden so genannte Modems eingesetzt, die die Signale von der seriellen Schnittstelle des Computers entgegen nehmen, entsprechend umwandeln und modulieren und anschließend auf das jeweilige Übertragungsmedium aufspielen. Auf der Gegenseite nimmt das Modem diese Signale entgegen, demoduliert sie wieder und gibt Sie über den seriellen Standard und Stecker wieder an den Computer weiter. Stehen nun beide Rechner in unmittelbarer Nähe, wird kein Modem benötigt, da die Übertragungsstrecke kurz ist und die Signale deshalb nicht gewandelt werden müssen. Allerdings können die Computer nicht direkt mit einem seriellen Kabel verbunden werden, da das Kabel auf der einen Seite nur für den Anschluss an ein Modem geeignet ist. Das Nullmodemkabel hingegen kann auf beiden Seiten durch Kreuzung der Sende- und Empfangsleitungen durch ein Endgerät mit COM Port genutzt werden.

Moderne Varianten des Nullmodemkabels

Streng genommen spricht man nur bei der seriellen Datenübertragung von einem Nullmodemkabel. Doch auch andere Übertragungsverfahren und Standards verwenden das Prinzip dieses Kabels für die direkte Verbindung zweier Rechner, werden jedoch dort anders benannt. So können Sie auch zwei Endgeräte per Ethernet ohne einen Hub oder Switch direkt verbinden, müssen jedoch wie bei dem seriellen Nullmodemkabel die Sende- und Empfangsadern kreuzen. Im Ethernetumfeld heißen solche Kabel deshalb auch Crosskabel. Auch der USB 2.0 Standard sieht die direkte Verbindung zum Datenaustausch ohne einen USB Hub vor, allerdings ist dieser so konzipiert, dass hierfür ein herkömmliches USB Kabel verwendet werden kann. Es gibt also beim USB Standard kein Unterschied zwischen einem Kabel zur Verbindung mit einem Hub oder zur Direktverbindung. Spricht man von einem USB-Nullmodemkabel ist damit die Schnittstellenwandlung zwischen serieller und USB Schnittstelle zur direkten Kommunikation gemeint.